Wien: Kurzbahn EM 2004: Thomas Rupprath mit Weltrekord
Thomas Rupprath: Doppel-Gold mit Weltrekord binnen 25 Minuten.
Wien
Zwei Goldmedaillen binnen 25 Minuten inklusive Weltrekord über 50 m Rücken (23,27 Sekunden) – der Deutsche Thomas Rupprath wanderte am zweiten Tag der Kurzbahn-Europameisterschaften
in der Wiener Stadthalle auf den Spuren von Lokalmatador Markus Rogan, der am Eröffnungstag ebenfalls zweimal triumphierte und dabei über 200 m Rücken einen Europarekord aufstellte.
Erst siegte Rupprath über 100 m Schmetterling (50,67), dann verbesserte er über 50 m Rücken den Weltrekord des Australiers Matt Welsh um vier Hundertstelsekunden auf 23,27 Sekunden.
Seine persönliche Bestzeit von 23,23 Sekunden, die er am 30. November 2002 bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Goslar aufgestellt hatte (diese Zeit wurde aber nicht als Weltrekord
anerkannt), verpasste Rupprath allerdings.
„Weltrekord, aber keine persönliche Bestzeit – klingt kurios, ist aber wahr“, erklärte der neue Weltrekordler nach seinem Rennen.
Für einen weiteren Rekord sorgte der Ungar Laszlo Cseh. Der Olympia-Dritte und Vize-Weltmeister verbesserte über 400 m Lagen seinen eigenen Europarekord um 14 Hundertstelsekunden auf
4:03,96 Minuten.
Die Schweizerin Flavia Rigamonti gewann nach 1998 und 2001 zum dritten Mal Gold über 800 m Freistil bei einer Kurzbahn-EM, über 200 m Brust verwies die deutsche Olympia-Dritte Anne Poleska
(2:21,79) die Österreicherin Mirna Jukic um exakt eine Sekunde auf Rang zwei.
Jukics Landsfrau Fabienne Nadarajah verbesserte über 50 m Schmetterling gleich zweimal den österreichischen Rekord – zunächst im Halbfinale auf 26,29 Sekunden und anschließend
im Finale auf 26,27 Sekunden, was mit Bronze und einem tosenden Applaus von 2500 Zuschauern gewürdigt wurde. Gold ging an die Schwedin Anna-Karin Kämmerling – ihre fünfte Goldmedaille
bei Kurzbahn-Europameisterschaften auf dieser Strecke.
Über 100 m Freistil der Frauen wiederholte Malia Metella (Frankreich/53,37) ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr, der Russe Roman Sludnow holte fünf Jahre nach seinem Triumph über 100
m Brust in 58,73 Sekunden erneut Gold bei einer Kurzbahn-EM, und das Freistil-Quartett der niederländischen Frauen durchbrach die Siegesserie Schwedens über 4x50 m (1999 bis 2003), verfehlte
in 1:37,97 allerdings den eigenen Weltrekord um 45 Hundertstelsekunden.
Für die große Überraschung des Tages sorgte die erst 16-jährige Ukrainerin Kateryna Zubkova mit ihrem Sieg über 100 m Rücken (58,58 Sekunden) gegen Weltmeisterin
Antje Buschschulte (Deutschland).
Im Medaillenspiegel führt nach 18 von 38 Wettkämpfen Deutschland mit sechs Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen vor Österreich (2/1/1) und Russland (1/3/2).